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Französische Studie zeigt: EDCs sind überall im Alltag

Wann greift die Bundesregierung endlich ein?

06.09.2019 |




Am 3. September hat die französische Nationale Gesundheitsbehörde die Ergebnisse einer großangelegten Studie zur Belastung von Erwachsenen und Kindern durch Umwelthormone (sogenannte “endokrine Disruptoren” oder EDCs) vorgelegt. Diese EDCs haben Einfluss auf den Körper und stören das Hormonsystems, wodurch es zu schweren Schäden kommen kann. Insbesondere Schwangere und Kinder sind stark gefährdet durch die EDCs und sollten demenentsprechend besonders geschützt werden. Lese hier mehr zu EDCs.

Die Studie hat besorgniserregende Resultate vorgelegt. Zwei Jahre lang wurden Urin, Haare und Blut von 1104 Kinder und 2503 Erwachsen untersucht. Getestet wurde auf verschiedene EDCs wie Bisphenole, Phthalate, Parabenen, Glykolether, bromierte Flammschutzmittel und perfluorierte Verbindungen. Das Resultat? Alle getesteten Personen haben endokrine Disruptoren im Körper. Kinder, die anfälligste Gruppe, sind noch stärker durch EDCs belastet als die erwachsenen Studienteilnehmer*innen. Insgesamt 1300 Studien weisen auf den Zusammenhang zwischen hormonellen Schadstoffen und dem gehäuften Auftreten von Erkrankungen wie Brust- oder Hodenkrebs, Diabetes, Immunschwäche oder Fettleibigkeit hin. Dies zeigt: Die geltenden EU-Regeln zum Schutz der Gesundheit vor endokrinen Disruptoren sind nicht ausreichend.

Das Alarmierende an EDCs ist, dass bereits geringste Dosierungen das Hormonsystem beeinflussen und somit langfristige Schäden verursachen können. Dementsprechend gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keine sicheren Grenzwerte. Dies wird auch durch die EU-Kommission anerkannt. Durch gravierende Effekte von EDCs auf Mensch und Umwelt sollte das Ziel sein, EDCs komplett zu verbannen.

Es gibt Regeln, die die Benutzung bekannter EDCs in Produkten einschränkt. So wurde Bisphenol A bereits aus viele Produkten verbannt. Jedoch wird dieser Stoff oft von Herstellern einfach ersetzt durch die nah verwandten Stoffe Bisphenol F und S. Erste Studien zeigen, dass diese ‚sicheren’ Ersatzstoffe ähnlich schädliche Wirkungen haben wie Bisphenol A. Bisphenol A, F und S sind weitverbreitet in Lebensmittelverpackungen wie Dosen und Plastikfolien, Thermopapier (Kassenzettel), Kosmetikprodukten, Farben, Lacken und verschiedenen anderen Kunststoffen. Dazu kommt, dass durch Kombinationseffekte unterschiedliche Stoffe gegenseitig ihrer Wirkung verstärken.

Unter Druck von NGOs und Umwelt- und Gesundheitsschutzorganisationen hat die EU-Kommission eine „Strategie für eine nicht-toxische Umwelt“ angekündigt, welche 2018 veröffentlicht werden sollte. Die Kritik mehrere Chemie-Unternehmen verhindert bisher die Veröffentlichung dieser Strategie.

Und das obwohl EDCs bereits jetzt für große Probleme sorgen. So wird der EDC Bisphenol in Verbindung gesetzt mit sogenannte „Kreidezähnen“. Hierbei bröseln die Zähne beim wachsen aus dem Kiefer direkt weg. In den vergangenen zwei Tagen diskutierte in Brüssel der Umweltausschuss des Europaparlaments die Regulation von Chemikalien in der EU. WECF fordert sofortiges Handeln der Bundesregierung und des Europäische Parlaments. In Frankreich ist Bisphenol A schon seit 2015 verboten. Wie viele Studien müssen der Bundesregierung noch vorliegen, bis sie nicht mehr auf die kurzsichtigen Interessen der Chemieindustrie hört und stattdessen die Bürger schütz?

WECF informiert hier wie man sich gegen EDCs im Alltag schützen kann. 

Hier geht es zur Studie der französischen Nationalen Gesundheitsbehörde.


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